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Vereinfachte Pot Odds

Warum man Pot Odds kennen muss wie man sie mit der einfachen 2+4 Regel schnell berechnen kann.

Was wirst du tun, wenn du nicht die beste Hand hast, aber einige Chancen, diese doch noch zu erreichen? Wann wirst du callen, wann folden?

Diese Art von Entscheidung ist leicht für einen Spieler, der sich mit dem Konzept der Pot Odds befasst hat. Mit den Pot Odds kann man leicht berechnen, ob sich ein weiterer Einsatz noch lohnt oder nicht.

Besonders bei Anfängern sieht man es ständig: ein Spieler hat gute Chancen auf die beste Hand, es fehlt ihm nur noch genau eine Karte. Zum Beispiel hat er ein Straight Draw, also vier Karten einer Straight. Kommt die richtige, ist die Straight perfekt und die Hand ist vollständig. Kommt sie nicht, hat man vergeblich gewartet und in den Pot gezahlt.


Die richtige Entscheidung hängt im Wesentlichen mit zwei Fragen zusammen:

1) wieviele Karten gibt es noch, die meine Hand verbessern können?
2) wieviel muss ich bezahlen, um die nächste Karte sehen zu können?


Die erste Frage ist leicht zu beantworten. Im Fachausdruck heissen die Karten, die meiner Hand noch helfen können Outs. Je mehr Outs man hat, desto besser die Chancen, die Hand zu vervollständigen.

Outs sind also die Anzahl der verbleibenden Karten, die meine im Moment schlechte Hand noch zu Gewinn-Hand machen können. Ganz typisch sind Flush Draws und Straight Draws.

Stelle dir vor, du hältst zwei Herz-Karten und am Flop kommen zwei weitere Herzen. Wieviele Karten gibt es noch, die dein Flush vervollständigen?

Nun, es gibt insgesamt 13 Herzen. Davon hast 2 du in deiner Hand und 2 weitere liegen am Board. Bleiben also noch 9 Herz-Karten übrig. Du hast also 9 Outs. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man das Flush treffen wird? Ohne viel zu rechnen sei es gleich verraten: wenn du das Draw am Flop hast sind es etwa 37%, wenn du das Draw erst am Turn hast, ungefähr 21%. Weiter unten zeigen wir eine sehr einfache Berechnung, um sehr schnell diese Wahrscheinlichkeiten zu berechnen.


Ein anderes Beispiel:

Du hältst 7-7 und am Board liegt K-Q-5-3. Du weisst, dass du nur gewinnen kannst, wenn du den Drilling noch triffst. Es gibt nur mehr zwei weitere 7er, sodass du nur 2 Outs hast. Die Wahrscheinlichkeit, am River den Drilling noch zu treffen liegt ungefähr bei 5%. Wärst du noch am Flop und hoffst, dass du am Turn oder am River den Drilling machst, würde die Wahrscheinlichkeit dafür bei etwa 9% liegen.


Die 2+4 Regel für die Pot Odds Berechnung

Nun zur Berechnung dieser Pot Odds. Man kann natürlich exakt berechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeiten liegen, aber wer tut das schon, wenn man mitten in einer Hand ist und man sich entscheiden muss? Profispieler wissen einfach die Wahrscheinlichkeiten, sie müssen nichts mehr berechnen, aber für jemanden, der eine schnelle Entscheidungshilfe braucht, kann auf ein einfaches Konzept zurückgreifen.

Am Flop: Outs x 4 = Wahrscheinlichkeit in %
Am Turn: Outs x 2 = Wahrscheinlichkeit in %

Wenden wir diese Rechnung einmal mit dem Beispiel des Flush-Draws an.
Mit einem Flush Draw hast du immer 9 Outs. Du kannst das Flush-Draw bereits am Flop haben oder erst am Turn.

Hast du ein Flush-Draw am Flop, rechne einfach 9x4 = 36%
Hast du ein Flush-Draw am Turn, rechne einfach 9x2 = 18%


Mitgehen oder nicht?

Wenn du die Wahrscheinlichkeiten kennst, deine Hand zu vervollständigen, beantwortet dies aber immer noch nicht die Frage, ob du mit deinem z.B. Flush-Draw mitgehen sollst oder nicht. Hier spielen die Einsätze die entscheidende Rolle.

36% Flush-Wahrscheinlichkeit kann man noch einmal vereinfachen und sagen, dass es in etwa eine 1:3 Chance ist. Also durchschnittlich jedes 3. Mal wirst du das Flush treffen.

Eine 18% Flush-Wahrscheinlichkeit wäre vereinfacht eine ca. 1:5-Chance.

Die Frage, die du dir jetzt stellen musst ist die: wieviel muss ich in den Pot setzen, um eine weitere Karte zu sehen, und wieviel kann ich dabei gewinnen, wenn ich das Flush (oder was auch immer) treffe.

Deine Gewinnchance muss im richtige Verhältnis dazu stehen, wieviel du mit einem weiteren Einsatz gewinnen kannst. Wenn du deinen Einsatz verdreifachen könntest und deine Flush-Wahrscheinlichkeit etwa 1:3 ist, dann ist es einfach eine faire Wette. Wenn du aber das 4-fache gewinnen könntest, dann hast du einen positiven Erwartungswert.


Beispiel:

Du hast am Flop ein Flush-Draw. Deine Wahrscheinlichkeit für das Vervollständigen des Flushs ist laut obiger Rechnung etwa 36%, oder nochmals vereinfacht ausgedrückt etwa 1:3.

Im Pot liegen bereits $200 und jemand setzt $50. Was machst du? Aussteigen oder mitgehen?

Hier wirst du selbstverständlich mitgehen. Wenn du an der Reihe bist liegen bereits $250 im Pot (die $200 von vorher plus die gesetzten $50). Du musst $50 bezahlen und könntest einen Pot gewinnen, der durch deinen Einsatz auf $300 anschwillt. Das heisst, du könntest deinen aktuellen Einsatz versechsfachen, dein Flush wird aber im Schnitt jedes dritte Mal getroffen werden. Hier bist du im Vorteil, wenn du weiterspielst und auf das Flush wartest, vorausgesetzt du bist dir sicher, dass das Flush (wenn du es getroffen hast) auch wirklich die stärkste Hand wird.


Ein anderes Beispiel:

Du hältst J-T, am Board liegen 8-A-2-9. Du hast also ein Straight Draw am Turn. Im Pot liegen bereits $200. Ein Spieler setzt $100, ein weiterer geht mit und nun bist du an der Reihe. Was machst du?

Um deine Straight zu vervollständigen benötigst du entweder einen 7er oder eine Dame. Davon gibt es jeweils 4 Stück, also hast du 8 Outs.
Nach der obiger vereinfachter Rechnung hast du 16% Chance auf deine Straight, das entspricht in etwa eine 1:6 Chance. Also musst du mindestens das 6-fache deines Einsatzes gewinnen können, damit du noch eine positive Erwartung hast. Im Pot liegen $200+$100+$100, also $400. Wenn du jetzt mitgehen willst, kostet dich das $100, und wenn du deine Straight vervollständigst würdest du $500 zurückbekommen. Du würdest also nur das 5-fache gewinnen, die Straight kommt aber nur im Schnitt jedes 6. Mal. In diesem Fall ist es also besser auszusteigen.



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