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Das Endspiel - Heads Up Poker

Man hat es bis zum Ende eines No Limit Holdem Turniers geschafft. Das Spiel heisst nun Mann gegen Mann, Heads Up Poker.

Es ist erstaunlich, wie wenige Spieler diesen Teil des Spiels ernst nehmen. Denn Heads Up erfordert Praxis, ohne jegliche Heads Up Erfahrung wird es schwer zu bestehen. Es gibt wenige Heads Up Spezialisten und diese sieht man häufiger in den Heads-Up-Turnieren, am Ende eines Turniers sieht man vorwiegend Spieler im Heads Up Duell, die sich denken: "ich hatte schon soviel Glück, so weit zu kommen, also wird die letzte Turnierrunde auch schon gut gehen". Eine falsche Einstellung, denn oft besteht ein gewaltiger Unterschied im Preisgeld zwischen dem ersten und zweiten Platz.

Ein typisches Beispiel konnte der Verfasser dieses Artikels selbst vor kurzem beobachten. Heads Up eines $100.000 Turniers, die Blinds 10.000/20.000, Spieler A hat 450.000 Chips, Spieler B nur mehr 130.000. Spieler A hat jede Hand geraist, Spieler B hat auf gute Karten gewartet und oft die Raises gefoldet. Das ging eine Zeit lang bis der Stack von Spieler B auf 60.000 geschrumpft ist, der Big Blind bereits auf 30.000 gestiegen. Spieler B ging, bevor er von den Blinds aufgefressen wurde, schließlich mit K-3 all-in und verlor.

Spieler B dürfte ein sehr guter Spieler gewesen sein, bis zum Heads Up. Dort hat er alles falsch gemacht! Schlechter kann man fast nicht spielen. Umgekehrt hat Spieler A alles richtig gemacht und wusste wahrscheinlich, wie man sich im Heads Up verhält.


Heads Up Strategie

Die Dynamik des Spiels hat sich drastisch geändert. Im Heads Up muss man es "akzeptieren", dass man für jede Hand Blinds bezahlen muss, nicht mehr auf Hände warten kann und nur mehr ein Gegner übrig ist. Ein Heads-Up ist normalerweise ein 50:50 Spiel. Im Schnitt haben die Hands eine 50%-Siegrate. So hohe Chancen auf eine Gewinnhand hat man sonst sehr selten, weil man sich die Gewinnchance ja mit sonst 9 anderen Spielern "teilt".

Die erste Konsequenz aus dieser sehr hohen reellen Gewinnchance einer Hand ist, dass wenn man nur einen König hält, bereits Favorit ist, die Hand zu gewinnen! Wenn es sich um ein Heads Up eines großen Turniers handelt, sind die Blinds dramatisch hoch und daher immer wert, gestohlen zu werden! Wenn du K oder A in deiner Hand hast, wäre All-In gegen den Big Blind keine schlechte Variante. Wenn du gecallt wirst, bist du vielleicht Favorit, wenn nicht, hast du einen wertvollen BB geholt.

Wie spielt man die anderen Hands? Sie werden geraist! Es ist Heads-Up und eine subtile Strategie ist nicht mehr angebracht. Auch 2-7 wird geraist. Der Druck muss sofort kommen, wer zuerst dran ist, raist. Und oft kann es dann hin und her gehen, dass die Big Blinds folden. Im Turnierbeispiel oben hat es Spieler B verabsäumt, seine einzige Waffe, die er für sein Überleben gebraucht hätte, auszuspielen: Preflop All-Ins und viele Blinds kassieren bzw. hoffen, dass man als Favorit in ein All-In geht.

Wer seinen Heads-Up Gegner in früheren Turnierphasen beobachtet hat, kann jetzt vielleicht auch ein besseres Gefühl dafür bekommen, mit welchen Hands er All-In geht oder All-Ins callt.

Die All-Ins werden psychologische Waffen: All-Ins produzieren die Illusion von guten Karten, die im Heads-Up bereits aus einem einzelnen König bestehen können. Es ist leicht zu sagen, dass Spieler A aus dem Turnierbeispiel gut gespielt hat und Spieler B schlecht. Spieler A war der Chipleader und da fällt es natürlich sehr leicht, Druck zu machen. Spieler B war aber geistig noch nicht für ein Heads-Up bereit und folgte einer Strategie aus einer früheren Turnierphase, wo er noch auf Hands warten konnte.

Das korrekte Spiel für Spieler B wäre gewesen, wenn er bei einem Chipsstand von 130.000 zu 450.000 die ersten 5 Hands alle All-In gegangen wäre! Callt der Chipleader ein All-In, so hätte auf einmal Spieler B die Chance auf den Chiplead und hätte vor allem psychologisch die Oberhand. Denn Spieler A war nur kurz davor, Turniersieger zu sein und muss nun wieder von vorne beginnen.

Wird keines der All-In gecallt, dann gewinnt Spieler B die 5 Bluffs und steht chipmäßig wieder hervorragend da. In kritischen Turnierphasen mit hohen Blinds ist Passivität, zu der jeder Spieler einmal neigt, wenn es zum Beispiel um hohe Preise geht, fast die Garantie auszuscheiden.

Trifft man im Heads-Up einmal eine Premium Hand, wenn man am Small Blind ist, dann kann man natürlich versuchen, dem Gegner ein Bein zu stellen und nur den Big Blind callen. Das könnte als Schwäche interpretiert werden und einen Raise provozieren.

Zum Schluß kann jedem Turnierspieler nahe gelegt werden, Heads-Ups zu üben. In keinem anderen Spielstadium sind praktische Erfahrung derart wertvoll.



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