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Flush und Straight Draws am Flop

Flush Draws und Straight Draws sind häufig entstehende Flop-Situationen. Nicht nur die Pot Odds geben vor, ob und wie die Draws gespielt werden können.

Flush Draws

Ein Flush Draw am Flop kann zu einer guten Gelegenheit werden, einen großen Pot zu gewinnen. Es gibt zwei Arten von Flush Draws: das häufigere two-suited Draw, bei dem zwei der suited Karten im Flop liegen und die zwei anderen der Spieler hält, und das seltenere three-suited Draw, bei dem drei der suited Karten liegen und der Spieler eine weitere der suited Karten hat.

Die Pot Odds sind das wesentliche Kriterium, um zu wissen, ob es sich lohnt, mit Draws zu spielen. Die Vereinfachten Pot Odds sind ein gutes Mittel dafür, schnell eine Entscheidungsgrundlage zu haben:

Am Flop: Outs x 4 = Wahrscheinlichkeit in %
Am Turn: Outs x 2 = Wahrscheinlichkeit in %

Beim Flush Draw (9 Outs) bedeutet das:
Am Flop: 36% (entspricht einer Chance von ca. 1:3)
Am Turn: 18% (entspricht einer Chance von ca. 1:5)

Das Konzept der Pot Odds besagt, dass der Einsatz in einem günstigen Verhältnis zur Potgröße stehen muss. Bei einem Flushdraw am Flop besteht im Moment eine ca. 36%-Wahrscheinlichkeit, das Flush irgendwann noch zu treffen, oder anders ausgedrückt ungefähr eine Chance von 1:3. Das bedeutet, jeder Einsatz muss dann auch die Chance auf mindestens Verdreifachung haben.

Es entstehen auch manchmal Situationen, in denen die Pot Odds für Draws alleine nicht mehr genug sind. Die Pot Odds beziehen sich nur darauf, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, das Flush zu treffen und abhängig davon, wie hoch der Pot sein muss, damit ein Drawspiel gerechtfertigt ist. Das bedeutet, dass man davon ausgeht, dass das Flush auch den Pot gewinnt, wenn es getroffen wird.

Das Spielkonzept ändert sich mit den Chancen auf andere Hands. Z.B. hat der Spieler neben seinem Flush Draw noch eine andere Chance auf eine konkurrenzfähige Hand. Oder andere Spieler haben Chancen auf höhere Hands, wie z.B. Full House. Diese Full House Gefahr besteht, wenn ein Paar am Board liegt. Und ein heftig setzender Gegenspieler macht in diesem Fall schon Kopfzerbrechen. In diesen Fällen ist die Berechnung der Pot Odds alleine zu wenig. Die anderen Faktoren müssen miteinbezogen werden.

Position und Zahl der Gegner sind wichtige Bestandteile einer jeden Entscheidung. Ist man in einer Draw-Situation und hat drei oder mehr Gegner am Tisch, ist es durchaus ein guter Zug, in letzter Position aggressiv zu werden, wenn man die Chance sieht, den Pot gleich gewinnen zu können. Also wenn die Gegner nicht viele Ambitionen zeigen, selber aggressiv zu werden. In frühester Position spielt man vorerst einmal passiv, checkt und callt, solange das Verhältnis von Pot Odds und Potgröße günstig bleibt.

Bei nur einem oder zwei Gegner kann man ebenso versuchen, den Pot gleich am Flop zu gewinnen, denn je weniger Gegner, desto geringer wird der Pot ausfallen und dann sind die Pot Odds nicht mehr günstig. Hier bietet sich der Semi Bluff an, auch als Raise oder sogar Re-Raise.

Ein etwas seltenerer Fall ist das three-suited Flush Draw. Denn jeder Spieler ist sich bewusst, dass jemand ein Flush schon getroffen haben könnte bzw. mit der nächsten Karte jemand fast sicher ein Flush gemacht haben wird. Auch hier sind andere Faktoren mitentscheidend, wie das Paar am Board oder andere Chancen abseits des Flush. Spieler, die ein hohes Paar haben werden unerschrocken weiterspielen, solange nur drei suited Karten liegen. Und derjenige mit einer hohen passenden Karte wird sich seiner Chance bewusst sein, dass er das höchste Flush trifft, wenn noch die vierte suited Karte am Tisch liegt. Das Spiel wird in gewisser Hinsicht übersichtlicher, und die Chance der eigenen Hand muss hier ganz konkret für beide Szenarien (Flush wird getroffen, Flush wird nicht getroffen) gut eingeschätzt werden.



Straight Draws

Die meisten Spieler wissen, dass es Pot Odds gibt und trotzdem überschätzen viele ihre Chancen bei den Draws. Das geschieht häufig bei den Straight Draws. Es gibt zwei Arten von Straight Draws: das open-end Straight Draw und das gutshot Straight Draw. Open-end straight draws sind Hands wie 8-9-T-J, also an beiden Enden kann die Straight vollständig werden. Die Gutshot Straight Draws sind Hands wie 5-6-7-9, das heisst irgendwo dazwischen fehlt die Karte, die die Straight fertig macht.

Vereinfachte Pot Odds für Straight Draws

Am Flop: Outs x 4 = Wahrscheinlichkeit in %
Am Turn: Outs x 2 = Wahrscheinlichkeit in %


Open-end Straight Draws (8 Outs)

Am Flop: 32% (entspricht einer Chance von ca. 1:3)
Am Turn: 16% (entspricht einer Chance von ca. 1:6)


Gutshot Straight Draws (4 Outs)

Am Flop: 16% (entspricht einer Chance von ca. 1:6)
Am Turn: 8% (entspricht einer Chance von ca. 1:12)


Wie auch bei den Flush Draw beziehen sich die Pot Odds darauf, wie hoch die Chance liegt, wenn das Straight auch den Pot gewinnt. Sind noch gleichzeitig andere Hands möglich, z.B. ein anderer Spieler kann Full House oder Flush bekommen, verändert das die Situation sehr.

Besonders gutshot Straight Draws werden am Flop sehr überschätzt, die Chancen sind nicht sehr gut, und dass der Pot so hoch ist, dass sich ein Spiel mit so einem Draw lohnt, kommt sehr selten vor.



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