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SNG Double or Nothing

Der neue Sit-and-Go-Trend. Die Hälfte der Spieler scheidet aus, die andere Hälfte verdoppelt das Buy-In. Wie spielt man ein Double-or-Nothing, welche Strategie führt zum Ziel?

Eine noch junge Variante der Sit-and-Gos sind die Double-or-Nothing Turniere. Mittlerweile haben nahezu alle Pokerräume diese SNGs im Programm und sie erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Der größte Unterschied zum klassischen Sit-and-Go Turnier ist die Preisstruktur. Beim Double-or-Nothing scheiden die Hälfte aller Spieler aus, die andere Hälfte der Spieler bekommt jeweils das doppelte Buy-In ausbezahlt. Das bedeutet, dass die Platzierung innerhalb der ausbezahlten Ränge egal ist, jeder bekommt das gleiche.

Mehr ausbezahlte Plätze, dafür keine ansteigenden Preise wie bei normalen Sit-and-Gos oder Turnieren. Wer Double-or-Nothing spielt, muss dies in seiner Spielweise berücksichtigen. Denn bei einem 10-Spieler Double-or-Nothing ist es völlig belanglos, ob man 1. oder 5. wird.

Es geht im Double-or-Nothing nur um eines: man muss es überstehen. Einige der schwierigen strategischen Phasen eines normalen Sit-and-Go Turniers fallen hier weg, da es nur zwei Möglichkeiten gibt: gewinnen oder verlieren, aber auch das Double-or-Nothing hat auch dieselben Spielphasen.

Ein Platz unter den Top-5 im 10-Spieler Double-or-Nothing reicht. Noch wichtiger als schon im klassischen SNG wird, dass man niemals unnötig Chips verschwendet. Man hofft, dass es die anderen Spieler tun, sich gegenseitig hinauswerfen. Selbst spielt man solange simples Standard-Poker (also nur die stärksten Hände werden gespielt, alles andere gefoldet, keine Calls von Erhöhungen, keine spekulativen Hände), bis der eigene Chips-Stand unter eine bestimmte Grenze fällt, erst dann wird man zunehmend aggressiver vorgehen.

Die einzige Spielweise, die im Double-or-Nothing also zum Ziel führt, ist extrem tightes Spiel. Gerade Pokeranfängern dürfte es leichter fallen, Double-or-Nothing zu spielen als normale Sit-and-Gos. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass man diese Turniere sehr leicht multitablen kann, also mehrere davon gleichzeitig zu spielen. Denn die wirklich schwierigen Spielentscheidungen sind im Double-or-Nothing viel seltener.

Wer sich ganz auf die Double-or-Nothing verlegen will, sollte aber dennoch eine gesunde Bankroll haben. Mindestens 30 Buy-Ins sollte sie umfassen. Man darf auch nicht vergessen, dass man seinen Einsatz im Gewinnfall wegen der Turniergebühr nicht ganz verdoppelt. Wer also ein absoluter Durchschnittsspieler ist und in 50% der Turniere im Geld landet, macht noch (kleine) Verluste.

Es sollte aber nicht allzu schwer sein, die Gegner zu schlagen. Denn die meisten Spieler können sich nur am Anfang "beherrschen", sehr viele Spieler werden aber viel zu früh aktiv. Grundsätzlich ist zwar das Tempo des Double-or-Nothing Turniers langsamer als im klassischen SNG, aber es scheint, dass es für viele schwierig ist, sehr lange Zeit ein supertightes Spiel zu spielen.

Darin liegt der große Reiz. Das Turnier in der Gewinner-Hälfte zu beenden scheint nicht schwer, wenn man ein paar strategische Punkte einhält. Und mit der Zeit lässt sich eine schöne Bankroll mit Double-or-Nothing Turnieren aufbauen. Traut man sich zu, im Schnitt 6 von 10 solcher Turniere im Geld zu beenden, dann wird die Bankroll gut wachsen.



Spielphasen des Double-or-Nothing

Wie im normalen SNG bestimmt das Verhältnis von Chips zur Höhe des Big Blinds die Spielweise. Solange man mehr als 25 Big Blinds an Chips hat, sind die einzigen Hände, die aggressiv zu spielen sind, AA,KK,QQ und AK. In mittlerer und später Position kommen noch JJ und TT dazu. Hände wie AQ und AJ sind an sich nicht so gut zu spielen, eignen sich aber gut dafür, die Blinds zu attackieren oder selbst aus den Blinds damit zu erhöhen.

Nur mit diesen Händen wird erhöht. Ohne Erhöhung ins Spiel einzusteigen soll man hier grundsätzlich vermeiden. Die Ausnahme sind kleine Paare, um auf das Set zu spielen. Aber nur, solange kein anderer Spieler erhöht. Im Double-or-Nothing ist es oberstes Gebot, Chips einzusparen, man wird sie später noch brauchen. Das eigentliche Spiel beginnt ja erst viel später.

Bei einem Chipsstand von ca. 15-25 Big Blinds können die oben erwähnten Hände auch in früheren Positionen erhöht werden. Ins Spiel zu gehen ohne Erhöhung sollte nun gänzlich vermieden werden. Vor allem ist es wichtig, keine Erhöhungen anderer Spieler zu callen. Wenn die Hand sehr stark ist, muss die Antwort ein Re-Raise sein. Im Zweifelsfall die Karten immer wegwerfen.

Wenn man aggressiv ist, dann sollte dies gegen Spieler geschehen, die kleine oder mittlere Chipsstände haben. Aber auch die Blinds zu stehlen wird nun zunehmend attraktiver, diesen Spielzug sollte man allerdings vorwiegend gegen Spieler anwenden, die selbst tight spielen und weniger gegen jene, die zu verspielt sind.

Das eigentliche Spiel beginnt erst, wenn die Anzahl der Chips ca. 15 Big Blinds oder weniger beträgt. Wie im klassischen Sit-and-Go beginnt hier die Phase, in der gepusht wird (All-In gehen), um Blinds zu stehlen, da die Blinds jetzt sehr wertvoll sind. Im Double-or-Nothing sollte dies aber etwas zurückhaltender erfolgen als im normalen SNG.

Vor allem hängt es davon ab, wo man mit seinem Stack steht. Wenn noch mehrere Spieler weniger Chips haben, dann müssen die Hände stark sein, die man pusht. Sind allerdings nur mehr 6 Spieler übrig (in einem 10-Spieler Turnier) und man hat selbst den geringsten Chipsstand, so brauchen die Hände nicht allzu stark sein. Hier vermeiden es ohnehin die meisten Spieler, in solche Konfrontationen zu gehen.

Beim Pushen ist aber immer zu beachten, aus welcher Position gepusht wird. Wenn zu viele Spieler danach an der Reihe sind, ist es riskanter, da einer von ihnen eine gute Hand haben könnte. Und genauso wichtig ist es, zu beachten, gegen wen man pusht, da einem Spieler mit Mega-Chipstapel ein Call weitaus leichter fällt.



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