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Blind Stealing im Turnier

Ab einer gewissen Turnierphase bzw. wenn die Chips knapper werden, wird Blind-Stealing eine Frage des Überlebens.

Was ist ein Blind-Steal

Der Blind-Steal ist ein Preflop-Raise, der nur gespielt wird, um die Spieler am Small Blind und Big Blind zum Folden zu bringen (die Blinds "stehlen"). Genau diese Absicht ist der Unterschied zu einem Raise, der aufgrund einer starken Hand gespielt wird.

Im Laufe des Turniers werden die Chips weniger wert, weil die Blinds und damit die Mindesteinsatzgrößen immer weiter steigen. Die Blinds werden also viel wert. Wenn man einmal die Blinds kassiert hat, hält man sich zumindest eine komplette Runde stabil im Turnier.

Entscheidend für den Spielzug des Blind-Stealings ist weniger die Stärke der Hand. Wieviele Chips man selbst hat bzw. die Spieler, von denen man die Blinds stehlen will, ist ebenso wichtig wie die Position, aus der man diesen Raise bringt.



Risiko/Chance-Verhältnis

Der Gewinn eines erfolgreichen Blind-Steals beträgt 1,5 Big Blinds. Die Chancen und Risiken für diesen Spielzug müssen im richtigen Verhältnis stehen, sodass nicht zu viel riskiert wird, um diese 1,5 BB zu gewinnen. Blind-Steals funktionieren sehr oft, besonders in angespannten Turnierphasen. Ein Raise auf 3 Big Blinds erzeugt sehr viel Druck und ist vollkommen ausreichend. Aber nur dann, wenn die eigene Stackgröße auch groß genug ist.



Eigene und gegnerische Stackgrößen

Die größte Gefahr bei einem Blind-Steal ist, dass ein Spieler mitgeht (oder re-raist). Sollte es zu einem Flop kommen, müssen dem Stealer immer noch genügend Chips übrigbleiben, damit er entweder noch Druck machen kann oder aber, um sich von der Hand auch wieder trennen zu können und mit den restlichen Chips immer noch gut im Turnier spielen kann. Für einen Blind-Steal soll man also noch einen Stack von mehr als 10 Big Blinds haben.

Wie gesagt, soll ein Blind-Steal mit 3 BB gespielt werden. Dies macht jedoch keinen Sinn mehr, wenn der eigene Stack nur mehr z.B. aus 7 BB besteht. Wenn man mit einem kleinen Stack die Blinds stehlen will, dann muss man sofort pushen, also All-In gehen.

Hat man einen Stack von mehr als 20 Big Blinds, steht man im Turnier noch sehr gut. Hier stellt sich die Frage, ob ein Blind-Steal schon angebracht ist oder man einfach noch auf gute Hände wartet, mit denen man dann "normal" erhöht. Es scheint nicht sehr sinnvoll, diesen Spielzug mit z.B. 25 BB anzuwenden, nur um 1,5 BB zu gewinnen.

Die Stackgrößen der Gegenspieler sind ebenso bedeutend. Wenn ein Spieler mit einem Raise von 3 BB konfrontiert wird, selbst aber nur mehr 9 BB hat, dann neigt er dazu, alle seine Chips in die Schlacht zu werfen. Die kleinen Stacks sind gefährlich, sie neigen aus Verzweiflung dazu, einen Raise eines Gegenspielers als Möglichkeit zu sehen, ihre Chips zu verdoppeln. Genauso gefährlich sind die sehr großen Stacks, weil sie es sich einfach erlauben können, mitzugehen.

Die besten Gegner für einen Blind-Steal sind immer diejenigen, die tight spielen müssen, also einen Stack von ca. 10-20 BB haben, also in etwa soviele wie man selbst hat.



Position und Hände

Blind-Stealing kann man theoretisch von jeder Position aus spielen, es muss nicht immer am Dealer-Button passieren. Grundsätzlich gilt aber: je schwächer die Hand, desto später muss die Position sein. Der Spielzug wird riskanter, je mehr Spieler zwischen dem Stealer und den Blinds noch drankommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen eine starke Hand hat, wird größer. Vernünftigerweise spielt man einen Blind-Steal daher auch wirklich in später Position. Auch hier ist es wichtig, dass man vor dem Blind-Stealing beachtet, wieviele Chips die anderen Spieler haben, nicht nur die am Small und Big Blind.

Die Stärke der Hand ist zwar nicht der entscheidende Faktor beim Blind-Stealing, aber besser ist es natürlich, einen Blind-Steal mit einer Hand zu spielen, die auch am Flop noch überlebensfähig ist, als nur mit Müll. Ideale Hände zum Stealen sind daher die Drawing Hands. Jede Hand, mit der man am Flop etwas treffen könnte, falls es zum Flop kommt. Suited Connectors, kleine Paare, ein Ace oder zwei Bildkarten.

Nicht immer steigen die Spieler aus. Bei einem Re-Raise steht man vor der schwierigen Frage, ob ein Spieler den Spielzug durchschaut hat, oder glaubt, mit seiner Hand vorne zu liegen. In den meisten Fällen sollte man aussteigen.

Einfacher ist es, wenn nur der Spieler am Big Blind callt und es zu einem Flop kommt. In 2/3 der Fälle trifft ein Spieler gar nichts am Flop. Das bedeutet, dass man hier einen Continuation Bet spielt. Also am Flop weitersetzt und darauf spielt, dass der Caller nichts getroffen hat und folden wird.



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